Was lohnt sich mehr: ein Solarkraftwerk kaufen oder mieten?
Im Jahr 2025 erreicht die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland einen neuen Höchststand. Gründe dafür sind steigende Stromtarife, aktualisierte Förderprogramme (z.B. KfW 442) und Änderungen der Solardachpflicht in einigen Bundesländern. Laut dem Energiebericht des Fraunhofer ISE wird der Anteil der Solarenergie an der Stromversorgung im Jahr 2024 über 12 % liegen und weiter wachsen. All dies hat zu einem sprunghaften Anstieg des Interesses von Haushalten geführt, die vor der Entscheidung stehen, ob sie eine Solarstromanlage besitzen oder pachten möchten. Schauen wir uns die Vor- und Nachteile der beiden Optionen an.
Kauf eines Solarkraftwerks: eine Investition mit Langzeitwirkung
Die wichtigsten Vorteile des Kaufs:
1. Erhebliche Einsparungen nach der Amortisation
Obwohl die Anfangsinvestition beträchtlich ist, wird der gesamte erzeugte Strom nach einer Amortisationszeit von 7-10 Jahren ohne zusätzliche Kosten genutzt. In einigen Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung (z. B. Bayern oder Rheinland-Pfalz) kann die Amortisationszeit auf 6 Jahre verkürzt werden, insbesondere wenn der Eigenverbrauch hoch ist.
2. Vollständige Eigentümerschaft
Der Eigentümer der Anlage hat völlige Entscheidungsfreiheit: Er kann eine Batterie hinzufügen, den Wechselrichter austauschen, die Module aufrüsten, Optimierer hinzufügen oder ein eigenes Energiemanagement einrichten. Im Falle eines Umzugs kann die Anlage mit der Immobilie verkauft oder für eine Neuinstallation demontiert werden.
3. Staatliche Förderung (KfW, BAFA)
Im Jahr 2025 gibt es Zuschüsse für PV und zinsgünstige Darlehen. Im Einzelnen:
- Das Programm KfW 270 bietet Kredite von bis zu 50.000 Euro für die Installation von Photovoltaik-Anlagen mit der Möglichkeit, diese mit Speichern zu kombinieren.
- Das BAFA gewährt einen einmaligen Zuschuss für PV-Anlagen, insbesondere wenn die Anlage mit einer Wärmepumpe oder Smart-Grid-Lösungen kombiniert wird.
Mehr Informationen: KfW Förderprogramme | BAFA Energie
4. Steigerung des Marktwerts von Immobilien
Laut einer Statista-Studie erhöht das Vorhandensein einer PV-Anlage den Preis eines Hauses um 8-12% und beschleunigt zudem den Verkauf. Dies ist vor allem bei einem Wohnsitzwechsel oder bei der Vermietung eines Hauses ein wichtiger Faktor.
5. Profitieren Sie von überschüssiger Energie
Wenn die Anlage mehr Strom produziert als Sie verbrauchen, können Sie den Überschuss zu einem festen EEG-Tarif (Erneuerbare-Energien-Gesetz) an das Netz verkaufen. Im Jahr 2025 beträgt die Vergütung etwa 8,2 €c/kWh. Außerdem können Sie den PV-Überschuss nutzen, um ein Elektroauto zu laden, eine Wärmepumpe zu betreiben oder ein Smart Home mit Strom zu versorgen.
Nachteile des Kaufs, die es zu berücksichtigen gilt:
1. Hohe Anlaufkosten
Ein typisches 6-10-kW-PV-Projekt für ein Privathaus kostet zwischen 7.000 und 15.000 €, je nach Qualität der Ausrüstung, Komplexität der Installation und Verfügbarkeit von Speichermöglichkeiten.
2. Technische Verantwortung
Der Eigentümer ist allein verantwortlich für:
- Die Versicherung der Anlage (z. B. gegen Hagel oder Blitzschlag),
- Die regelmäßige Wartung (entweder durch einen Auftragnehmer oder in Eigenregie)
- Die Überwachung des Systems (über Apps oder Portale).
3. Schwierige Auswahl
Es gibt viele Marken (z. B. SMA, Fronius, Huawei, Enphase, Q Cells, SolarEdge), Wechselrichter (zentrale oder optimierte) und Installationssysteme. Ohne Erfahrung kann die Auswahl schwierig sein, daher lohnt es sich, zertifizierte Anbieter zu kontaktieren und mehrere kommerzielle Angebote zum Vergleich anzufordern.
Leasing eines Solarkraftwerks: keine Investition, aber mit Einschränkungen

Die wichtigsten Vorteile des Leasings:
1. Kein Startkapital erforderlich
Alle Kosten für Ausrüstung, Installation, Planung, Versicherung und Inbetriebnahme werden vom Vermieter übernommen. So können Sie schon heute mit der Nutzung erneuerbarer Energien beginnen, ohne einen einzigen Euro zu investieren.
2. Feste monatliche Gebühr
Diese liegt in der Regel zwischen 40 € und 100 €, je nach Größe der Anlage, ihrer Ausstattung (Speicher, Überwachung), Standort und Unternehmen. Diese Kosten sind in der Regel niedriger oder vergleichbar mit Ihren bisherigen Stromrechnungen, so dass die Miete für die meisten eine sofortige Einsparung bei den monatlichen Zahlungen bedeutet.
3. Alle Dienstleistungen inbegriffen
Wartung, Garantien, Online-Überwachung, Reparaturen, Panelreinigung, Software-Updates - alles ist im Paket enthalten. Sie erhalten eine schlüsselfertige Komplettlösung, ohne sich um den Verschleiß von Komponenten oder Funktionsstörungen kümmern zu müssen.
4. Langfristige Flexibilität
Einige Anbieter bieten die Möglichkeit, die PV-Anlage nach 10 oder 15 Jahren Nutzung zu einem Restwert zurückzukaufen. So können Sie die Anlage nach der Hauptabschreibung besitzen. Einige Verträge sehen eine Aufrüstung oder Erweiterung der Anlage in einigen Jahren vor.
Nachteile des Leasings, die Sie beachten sollten:
1. Kein Eigentum
Das System bleibt im Eigentum des Anbieters. Das bedeutet, dass Sie nicht:
- Einen Speicher oder ein Ladegerät für ein Elektrofahrzeug installieren;
- Den Wechselrichter austauschen;
- Das System ohne die Zustimmung des Unternehmens aufrüsten;
- Den SPP beim Verkauf des Hauses ohne schriftliche Genehmigung auf den neuen Eigentümer übertragen.

2. Befristeter Vertrag für 10-20 Jahre
Der Vertrag wird in der Regel für einen langen Zeitraum abgeschlossen, oft mit begrenzten vorzeitigen Kündigungsmöglichkeiten. Im Falle eines Umzugs oder einer Änderung der Lebenssituation kann ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Vertrag mehrere tausend Euro an Strafen oder Entschädigungszahlungen kosten.
3. Ohne Zugang zu staatlichen Zuschüssen und Vergünstigungen
BAFA, KfW, Steuererstattungen - all das steht nur dem Anlagenbesitzer zur Verfügung. Wird die Anlage gemietet, hat man keinen Anspruch auf eines der Förderprogramme.
4. Langfristig höhere Kosten
In 15-20 Jahren übersteigt die Höhe der Leasingraten den Kaufpreis. Bei einer monatlichen Zahlung von 69 € belaufen sich die Gesamtkosten über 20 Jahre auf mehr als 16 500 € und liegen damit deutlich über den durchschnittlichen Kosten für eine PV-Anlage ähnlicher Leistung mit einer Batterie.
5. Sie profitieren nicht vom Verkauf überschüssiger Energie
Wenn Ihre Anlage überschüssige Energie produziert, geht diese an den Lieferanten. Sie können kein Entgelt für die Einspeisung in das Netz erhalten und auch keinen Energieversorger nach eigenem Ermessen wählen.
Vergleichstabelle: Kauf vs. Miete
|
Kriterium |
Kauf |
Pacht |
|
Anlaufkosten |
7 000–15 000 € |
0 € |
|
Monatliche Kosten |
0-20 € nach Amortisation |
40–100 € |
|
Staatliche Förderung |
Ja (KfW, BAFA) |
Nein |
|
Amortisationszeit |
7-10 Jahre |
Nein (konstante Zahlung) |
|
Eigentum |
Voll |
Nein |
|
Wartung |
Auf eigene Kosten |
Inklusive |
|
Flexibilität |
Hoch |
Begrenzt durch Vertrag |
|
Aufrüstbarkeit |
Ja |
Nein |
|
Verkauf von Überschüssen |
Ja |
Nein |
Was ist bei der Auswahl zu beachten?
1. Systemgröße
Für eine durchschnittliche Familie mit 3-4 Personen gilt ein System mit 6-10 kW als optimal. Es kann die meisten Bedürfnisse im Haushalt abdecken: Beleuchtung, Haushaltsgeräte, Aufladen eines Elektroautos oder Betrieb einer Wärmepumpe. Wenn Sie planen, eine Batterie zu installieren, sollten Sie sich auf die obere Grenze der Reichweite konzentrieren.
2. Standort
In Regionen mit höherer Sonneneinstrahlung, wie Bayern oder Baden-Württemberg, erzeugt die Anlage mehr Energie und amortisiert sich daher schneller. In Norddeutschland ist dieser Wert niedriger, so dass es ratsam ist, eine etwas größere Anlage oder einen zusätzlichen Speicher zu installieren.
3. Qualität der Anlagen
Wählen Sie bewährte Marken: SMA, Fronius, Q Cells, SolarEdge. Sie bieten Garantien von bis zu 25 Jahren, Support in Deutschland und eine stabile Leistung. Vermeiden Sie zu billige Modelle - wer am Anfang spart, hat später oft höhere Wartungskosten.
4. Serviceunterstützung
Prüfen Sie, ob der Anbieter Folgendes anbietet:
- Fernüberwachung des Systems;
- Garantie für Geräte und Installation;
- Schnelle Reaktion auf Ausfälle.
Im Jahr 2025 verfügen die meisten professionellen Unternehmen über spezielle Apps oder Plattformen zur Verfolgung der Energieproduktion, was bequem ist und hilft, Probleme rechtzeitig zu erkennen.
5. Fördermöglichkeiten in Ihrem Bundesland
Neben den bundesweiten BAFA- und KfW-Programmen gibt es in einigen Bundesländern (z.B. Berlin oder Nordrhein-Westfalen) zusätzliche Anreize, wie Boni für Batteriesysteme, Förderung energieeffizienter Lösungen für Mehrfamilienhäuser oder innovative Einspeisevergütungen.
6. Aufenthaltsdauer
Wenn Sie planen, länger als 10 Jahre in dem Haus zu wohnen, lohnt sich der Kauf eher - das System wird sich amortisieren und weiter für Sie arbeiten. Wenn Sie voraussichtlich umziehen werden, ist es besser, Module zu mieten oder zu transportieren.

Unser Tipp: Nutzen Sie vor Ihrer Entscheidung einen Online-Rechner zur Amortisationsberechnung der KfW oder unabhängiger Energieberater, um eine Entscheidung nach Zahlen und nicht nach Gefühl zu treffen.
Wann ist es besser zu kaufen und wann zu mieten?
Kaufen ist vorteilhaft, wenn:
- Sie besitzen ein Haus oder haben einen festen Wohnsitz.
Die Investition in eine Solarstromanlage ist sinnvoll, wenn Sie eine Immobilie besitzen und vorhaben, dort lange zu bleiben. In diesem Fall amortisiert sich die Anlage vollständig und erwirtschaftet Nettoeinsparungen oder sogar Gewinne.
- Sie haben Zugang zu Zuschüssen, Darlehen oder Steuervergünstigungen.
Im Jahr 2025 stehen die Programme KfW 442 und BAFA Förderung sowie lokale Anreize zur Verfügung. Zusammen können sie bis zu 40 % der Installationskosten abdecken.
- Sie planen, länger als 10 Jahre in dem Haus zu wohnen.
Ein typisches System amortisiert sich in 7-10 Jahren, danach beginnt es, Erträge zu erwirtschaften oder Ihre Kosten zu minimieren. Wenn Sie vorhaben, im Haus zu bleiben, ist der Kauf eine strategisch gute Entscheidung.
- Sie möchten die volle Kontrolle über das Energiesystem haben.
Der Eigentümer der Anlage kann Speicher hinzufügen, Wechselrichter aufrüsten, überschüssige Energie an das Netz verkaufen oder sie zum Aufladen eines Elektrofahrzeugs verwenden - all das ebnet den Weg zur Energieunabhängigkeit.
Mieten ist ratsam, wenn:
- Sie verfügen derzeit nicht über ein Startkapital.
Die Installation einer Solarstromanlage kostet ab 7.000 €, was für viele Haushalte unerschwinglich ist. Durch die Anmietung können Sie sofort mit dem Sparen beginnen, ohne am Anfang viel Geld ausgeben zu müssen.
- Ihre Wohnsituation ist unbeständig.
Wenn Sie zur Miete wohnen, Ihren Wohnort häufig wechseln oder in den nächsten Jahren einen Umzug planen, können Sie mit einer Mietanlage flexibel bleiben, ohne sich langfristig zu binden.
- Sie wollen sich nicht um die Wartung kümmern.
Unternehmen, die Solarkraftwerke zur Miete anbieten, kümmern sich um die gesamte technische Unterstützung: Überwachung, Wartung, Reparatur und Austausch von Komponenten. Das ist praktisch für alle, die sich nicht um technische Details kümmern wollen.
- Betrachten Sie ein Solarkraftwerk als einen „Testfall“.
Wenn Sie prüfen wollen, wie die Solaranlage in Ihrer Region funktioniert, oder einfach versuchen wollen, „in der Sonne zu leben“, ohne viel Geld zu investieren, ist die Miete ein guter erster Schritt.
FAQ - Häufig gestellte Fragen
1. Kann ich die geleaste Station zurückkaufen?
Ja, einige Unternehmen bieten diese Möglichkeit nach 10 Betriebsjahren an.
2. Kann ich die Pacht mit anderen Energiequellen kombinieren?
In der Regel nicht, denn die Anlage ist nicht Ihr Eigentum.
3. Ist die Pacht förderfähig durch KfW oder BAFA?
Nein, Fördermittel gibt es nur für Anlagenbesitzer.
4. Brauche ich für die Installation einer PV-Anlage eine Genehmigung?
Im Privatbau in der Regel nicht. Sie sollten aber immer die örtlichen Vorschriften prüfen.
5. Kann ich eine Anlage auf dem Dach eines Mietobjekts installieren?
Ja, aber Sie brauchen die Zustimmung des Vermieters.
6. Kann man mit dem Verkauf von Energie Gewinn machen, wenn die Anlage vermietet wird?
Nein, die Einnahmen gehen an den Eigentümer der Anlage.
7. Wie lange ist die Mindestlaufzeit des Pachtvertrags?
In der Regel - ab 10 Jahren.
8. Ist es möglich, ein System mit einer Batterie zu mieten?
Ja, aber das erhöht die monatliche Gebühr um 20-40 €.
9. Welche Auswirkungen hat eine gepachtete PV-Anlage auf die Immobilie?
Nicht viel, da die Anlage nicht dem Hauseigentümer gehört.
10. Welche versteckten Kosten können bei der Miete entstehen?
Zum Beispiel der Anschluss an das Stromnetz oder die Rechtsberatung im Falle einer Vertragskündigung.
11. Ist es möglich, eine PV-Anlage beim Verkauf eines Hauses auf einen neuen Eigentümer zu übertragen?
Im Falle eines Kaufs, ja. Im Falle der Vermietung nur mit Zustimmung des Unternehmens.
Fazit
Wenn Sie einen langfristigen Aufenthalt planen, Anspruch auf staatliche Unterstützung haben und die volle Kontrolle über Ihre Energie haben wollen, ist der Kauf einer Solarstromanlage eine kluge Entscheidung. Gleichzeitig kann die Miete eine Brücke zur Energieunabhängigkeit für diejenigen sein, die noch nicht bereit sind zu investieren. In jedem Fall ist das Jahr 2025 ein guter Zeitpunkt für den Umstieg auf erneuerbare Energien, und es lohnt sich, jetzt zu handeln.